Sachaufwandsträger der FFS

Florian Töpper, Landrat Kreis Schweinfurt

„Wir müssen lernen, die Komödie zu Ende zu spielen.
Wir müssen das Unglück müde machen.“

Charles Dickens

Liebe Theaterfreundinnen und Theaterfreunde,
liebe Schulfamilie,
lieber Herr Bauer,

alles war vorbereitet, alles organisiert. Rund ein Jahr ist es her, da war die Vorfreude auf die Theatertage groß, ganz besonders in Schweinfurt: Denn unsere hiesige staatliche FOS/BOS, die Friedrich-Fischer-Schule, hatte mit viel Leidenschaft und Engagement zusammen mit dem Verband TaBO (Theater an beruflichen Oberschulen) daran gearbeitet, als Gastgeber der 8. Theatertage der bayerischen Fach- und Berufsoberschulen allen Theaterfreundinnen und Theaterfreunden ganz besondere, unvergessliche Momente zu bescheren.

Der Premieren-Countdown lief, doch endete er im März des vergangenen Jahres nicht mit dem obligatorischen Ruf „Vorhang auf“, sondern wurde knapp eine Woche vor der Premierenfeier jäh unterbrochen. Statt Countdown hieß es plötzlich Lockdown. Die Coronapandemie legte mit gehöriger Wucht die ganze Welt lahm und damit auch die Theatertage der bayerischen Fach- und Berufsoberschulen auf Eis.

Ich erinnere mich gut: Corona machte uns damals allen gewaltig einen Strich durch die Rechnung. Das Herunterfahren ganz selbstverständlich gewordener und liebgewonnener soziokultureller Infrastruktur – sei es das Vereinsleben, die Teilnahme an Veranstaltungen aller Art, das schulische oder das berufliche Leben, das Treffen mit Freunden und Verwandten – all das wirkte surreal, es war nur schwer zu verdauen. Und das hält bis heute an: Noch immer ist das Coronavirus allgegenwärtig, es schränkt uns enorm ein. 

Die FFS Schweinfurt setzt mit dem nun bevorstehenden Theatertag ein klares Zeichen. Dass die Theatertage im vergangenen Jahr kurzfristig ausfallen mussten, da führte kein Weg dran vorbei. Und jetzt? Noch einmal alles über den Haufen werfen? Nein. Die FFS hat sich stattdessen mit den beteiligten bayerischen Fach- und Berufsoberschulen auf ein innovatives Konzept verständigt, das sowohl den aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen gerecht werden soll, als auch dem Anspruch, Theater und kulturelle Bildung an Schulen während der Pandemie nicht zur Mangelware verkommen zu lassen: Ein von der FFS erdachtes Hybrid-Modell will sowohl den Live-Gedanken der Theatertage und den damit verbundenen persönlichen Austausch der Beteiligten erhalten und auch die ästhetischen und organisatorischen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen.

Dazu wird die die staatliche FOS/BOS Schweinfurt eine eintägige, selbstverständlich coronakonforme, Live-Sendung aus den Räumen der Friedrich-Fischer-Schule ins Netz streamen – inklusive Eröffnungsveranstaltung, Moderation und Expertenrunde. Die beteiligten Theatergruppen aus den bayerischen FOS/BOS-Standorten Coburg, Nürnberg, Neuburg a. d. D. und Rosenheim können all dies via Internet verfolgen und auch mit den Veranstaltern sowie untereinander interagieren. Außerdem übertragen die Schulen auch ihre eigenen Beiträge zu dem Theatertag via Livestream ins Netz. 

Ich bewundere dieses Engagement in hohem Maße, denn das oben erwähnte „klare Zeichen“, das die Theatergruppen und alle an dem Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie im Hintergrund etliche Mütter und Väter und viele weitere – oft unbemerkt, aber fleißig agierende – Bürgerinnen und Bürger mit dieser Aktion setzen, drückt aus, auf was es in dieser Pandemie ankommt: Wir bleiben kreativ! Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Ihr

Florian T ö p p e r
Landrat des Landkreises Schweinfurt