Theater an Beruflichen Oberschulen in Bayern

Marina Krauß, TaBO – Vorsitzende

Warm-ups sind fast nicht möglich,

chorisches Sprechen darf eher nicht sein, Körperkontakt ist verboten! Aus mehreren Klassen kommende Wahl(pflicht)fachgruppen proben getrennt, andere ausschließlich digital.  Aus Zeitmangel sind das Ausprobieren und Verwerfen einzelner Szenen, die Diskussionen, wie man etwas verkörpert und ja, auch ein wenig Spaß, abhandengekommen. Alles, was Theater eigentlich ausmacht, geht nicht!

Und Zuschauer sind sowieso verboten…

Aber die Friedrich- Fischer- Schule wagt es trotzdem,

allen Theaterbegeisterten eine Plattform zu bieten. Als Gastgeberin geht sie ein zweites Mal an den Start, nachdem sie 2020 eine Woche vor den Theatertagen so brutal ausgebremst worden ist. Sie verwandelt mit viel Energie und technischem Knowhow unsere zwei Präsenztheatertage in einen Hybridtheatertag: Die einzelnen Gruppen sind in ihren Schulen vor Ort und die Besprechungen laufen digital. Sechs Fachober- und Berufsoberschulen haben allen Widrigkeiten zum Trotz nach Wegen gesucht, um Kultur an ihre Schulen zu bringen. Nun dürfen sie sie auch einem Publikum zeigen- zwar ohne spontane Reaktionen, aber doch von Angesicht zu Angesicht!  

Das Fach Szenisches Gestalten

ist eine der wenigen Möglichkeiten, die an den FOSBOSen den „Spiel“raum bietet, den es braucht, wenn die junge Generation vorgegebene Raster verlassen will und muss und Neues entstehen soll.  Die Friedrich-Fischer-Schule bündelt diese Kräfte und demonstriert, wofür Theater eben auch steht: Für das Suchen nach neuen Wegen, wenn die alten verstellt sind. Das erfordert neben einen Mehraufwand an Arbeit auch grundsätzliche Kreativität und Flexibilität. 

Für diesen ungewöhnlichen Einsatz danken wir in erster Linie dem Schweinfurter Team um Frido (Friedemann) Müller, ohne den es diese Theatertage 2021 wohl nicht gäbe!

Allen beteiligten Organisatoren, Unterstützern und Gästen wünschen wir ein gutes Gelingen!